WIE BERUHIGE ICH MEIN BABY?

Reden, streicheln, tragen, wiegen, singen, brummen, dem Partner geben, das Baby hinlegen, sich mit dem Baby hinlegen.
Sicher ist, dass das Beruhigen auch über Ihren Körper vermittelt wird. Es ist anzunehmen, dass sich so die Entspannung überträgt, über Ihre Stimme, die Tonlage, den weichen Bauch, auf dem das Baby liegt, die weichen Hände, die das Baby streicheln.


Seien Sie ausdauernd, wenn Sie etwas ausprobieren. Ein oftmaliger Lagewechsel, immer neue Einfälle, Bäuchleinöle und Windsalben beruhigen eher Sie als das Baby.
Auch wenn die Ruhe nicht sofort einkehrt, reden Sie mit dem Kind und machen Sie weiter, irgendwann werden Sie am Körper des Kindes Entspannungszeichen merken. Sofort können Sie das Kind nun nicht ins Bettchen legen, das dauert schon noch ein wenig. Wärmen Sie das Bettchen mit Kirschkernsäckchen oder Wärmflasche, ansonsten wacht es wegen der Kühle bald wieder auf.

 

Wie beruhige ich mich selber?


Fürchte ich mich vor dem Schreien oder merke ich meine Verantwortung und beginne zu suchen, was jetzt hilfreich wäre?
Im Grunde haben Sie ein Wissen, wie es gehen könnte, nur manchmal versteckt es sich unter Müdigkeit, Stress oder Ärger.
Suchen Sie in sich, was fällt Ihnen spontan ein: Das Baby streicheln, egal ob im Bett oder auf Ihrem Arm. Das Baby hochnehmen, sie müssen es nicht sofort hochnehmen, dürfen es aber. Gehen Sie herum mit dem Baby in Ihrem eigenen Tempo, in der Wohnung, oder Sie machen einen Spaziergang. Das Anziehen eines unruhigen Babys wird allerdings etwas laut sein, es ist sehr wahrscheinlich, dass es schreien wird, wenn es vorher schon schwer zu beruhigen war. Sie können aber sicher sein, dass es, sobald die Haustür (nicht die Wohnungstür) zufällt, im gleichmäßigen Gehen, sei es in einer Tragehilfe oder auch im Kinderwagen, auf einmal ruhiger wird. Sie auch.
Wenn Sie lieber zu Hause bleiben, dann können Sie auch in der Wohnung Ihre Runden drehen, nicht zu schnell und abgehackt, eher ruhig. So, dass auch Sie sich beruhigen können.

 

Was tue ich, wenn es einfach nicht funktioniert?


Ist Ihr Partner/Ihre Partnerin da? Wenn ja, geben Sie ihm oder ihr das Baby kurz und gehen Sie aus dem Zimmer. Gehen Sie duschen oder einmal um den Häuserblock, wenn Sie zurück sind, schaut die Welt ganz anders aus.
Sind Sie alleine oder Ihre Partner/Ihre Partnerin kann Ihnen gerade nicht helfen? Dann legen Sie das Baby in das Bettchen oder auf einen anderen sicheren Platz. Sagen Sie ihm, dem Baby, ja diesem kleinen Wesen, dass Sie nicht mehr weiter wissen. Kurz und eindeutig. Das entspannt die Lage vorerst einmal. Wenn Ihnen zum Weinen ist, dann halten Sie die Tränen nicht zurück. Auch in diesem Fall könnten Sie kurz aus dem Raum gehen und gleich wieder kommen.
Rufen Sie Freunde/Freundinnen an.
Achten Sie auf Ihre Atmung, so können Sie erkennen, ob bei Ihnen Beruhigung eintritt. Atmen sie ruhig und langsam ein und aus. Lassen Sie den Atem fließen und nehmen Sie Ihr Baby wieder zu sich.
Dann legen Sie sich auf die Couch oder ins Bett mit dem Baby auf der Brust. Es wird der Moment kommen, wo beide ruhiger werden, das ist sicher.

 

Was mache ich nicht, wenn es mir zu viel wird?


Sie greifen das Baby nicht an, sondern legen es an einen sicheren warmen Platz.
Sie halten das Baby nicht vor sich hoch und fragen es heftig, was los ist – hier ist die Gefahr sehr groß, dass Sie mit dem Baby Schüttelbewegungen machen, die sehr gefährlich sind.
Sie halten dem Baby nicht die Hand auf den Mund und legen keinen Polster auf das Baby.

 

Wie ruhig ist ein Baby eigentlich?


Einmal am Tag ist jedes Baby unruhiger, manche weinen zu diesen Zeiten, manche haben einen weniger tiefen Schlaf und andere bewegen sich unruhig herum.
Am frühen Abend sind alle erschöpft, die Babys und die Eltern auch. Da ist es besonders schwierig, Ruhe zu vermitteln und Entspannung weiterzugeben. Wechseln Sie sich in dieser Zeit ab in der Betreuung.
Das Baby hat eine Sprache weniger als wir, es kann uns nicht direkt sagen, was nicht passt. Das muss erahnt werden, kann es aber nicht immer. Daher muss das Weinen auch ein wenig akzeptiert werden, ohne das Baby damit allein zu lassen.
Babys brauchen eine ganz kurze Reaktionszeit der Eltern, dann wissen sie, dass sie nicht alleine sind.
Allerdings muss es nicht bei ersten Unruhezeichen sofort hochgenommen werden. Oft hilft es schon, kurz etwas zu sagen oder die Hand auf den Bauch oder Rücken des Babys zu legen und dabei liebe Dinge zu murmeln oder Fragen zu stellen (die man sich dabei ja eigentlich selber stellt).

Wo kann ich das alles erfragen, mich beraten lassen und Hilfe bekommen?


Kontaktieren Sie Hebammen, das Hebammenzentrum oder andere Beratungsstellen oder die Frühen Hilfen in Ihrer Wohngegend.
Eine hilfreiche Broschüre zum diesem Thema finden Sie zum Download unter fruehehilfen.at.

 

Regina Zsivkovits

 

 

 

Verein freier Hebammen
Lazarettgasse 8/1B/1, 1090 Wien, Österreich
Tel.: +43 1 408 80 22

Empfang: Mo, Di, Do: 9-13 / Mi: 9-13 und 14-17
vereinbarte Termine auch außerhalb der Öffnungszeiten
freie-hebammen[at]hebammenzentrum.at

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