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EISENMANGEL IN DER SCHWANGERSCHAFT

Karin Müller

Eisen ist ein wichtiger Bestandteil des Hämoglobins (Hb), des Farbstoffs in den roten Blutkörperchen, und wichtig für den Sauerstofftransport im Blut. In der Schwangerschaft nimmt das Blutvolumen deutlich zu, damit das Ungeborene gut mit Sauerstoff versorgt wird. Die vermehrte Blutbildung sowie die Eisenversorgung des Kindes führen zu einer Verdopplung des Eisenbedarfs.

Da die Blutflüssigkeit stärker zunimmt als die Blutkörperchen, kommt es relativ gesehen zu einem Abfall der Hb-Konzentration („physiologische Schwangerschaftsanämie“).
Bei Eisenmangel kann sich daraus eine Eisenmangel-Anämie entwickeln, die sich in starker Müdigkeit, Blässe, wiederkehrenden Infekten oder Schwindel äußern kann.

Im Rahmen des Mutter-Kind-Passes wird das Blutbild bzw. der Hb-Wert untersucht. Noch aussagekräftiger ist der Ferritin-Wert: Dieser gibt Auskunft über den Füllungszustand der Eisenspeicher im Körper. Bei Eisenmangel werden zuerst die Speicher geleert, um die Hb-Produktion aufrechtzuerhalten. Ein Eisenmangel macht sich also zuerst in abfallenden Ferritinwerten bemerkbar.

Gesunde Frauen ohne bekannte Blutarmut können durch eine vollwertige Ernährung die Versorgung mit Eisen sicherstellen.
Am besten kann Eisen aus tierischen Quellen aufgenommen werden (z.B. Schwein, Rind).
Aus pflanzlichen Lebensmitteln nimmt der Körper deutlich weniger Eisen auf, dies lässt sich durch eine Kombination mit Vitamin C-reichen Lebensmitteln verbessern.

  • Eisenreiche Lebensmittel: Hirse, Amaranth, Quinoa, Haferflocken, Weizenkeime, Mandeln, Kürbiskerne, Sesam, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Linsen, weiße Bohnen, Sojabohnen, Fenchel.
  • Vitamin C-reiche Lebensmittel: Zitrusfrüchte, Acerolakirschen, Holunderbeeren, schwarze Ribiseln, Petersil, Paprika.
  • Milch, Kaffee, Schwarztee sowie Kalzium- und Magnesium-Präparate hemmen die Eisenaufnahme und sollten nicht mit einer eisenreichen Mahlzeit kombiniert werden.

Schwangeren, bei denen eine Eisenmangel-Anämie diagnostiziert worden ist, werden zusätzlich Eisensupplemente empfohlen.

  • Die meisten Eisenmedikamente enthalten zweiwertiges Eisensalz – dieses führt oft zu Magenbeschwerden, Übelkeit, Verstopfung oder schwarzem Stuhl.
  • Präparate mit an Aminosäuren gebundenem Eisen sind teurer, aber nebenwirkungsärmer.
  • Um Eisen gut verwerten zu können, braucht der Körper ausreichend Vitamin B12, Folsäure und Kupfer – Apotheken bieten auch Kombinationspräparate an.
  • Pflanzliche Eisenpräparate: Kräuterblutsaft enthält Eisen-II-Gluconat, das weniger gut vom Körper aufgenommen werden kann. Eine Mischung mit Orangensaft kann dies verbessern.
Rote Rüben
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