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Geburtsberichte | Geburt von C.

Mein Kind ist vor kurzem 7 Jahre alt geworden. Aber gerade um seinen Geburtstag herum werde ich doch immer sehr sentimental. Wir sprechen dann viel über diese magische Zeit damals und ich kann unseren Geburtsbericht gerne auch hier teilen.

Ich hatte eine komplett unkomplizierte Schwangerschaft. Habe es genossen, diese ganzen körperlichen Veränderungen zu erleben, und hatte ein sehr aktives Baby, dass sich früh bemerkbar gemacht und mir sein Wesen gezeigt hat (ein großer Kuschler, der sich in meine Hand schmiegte, wenn ich ihn durch meinen Bauch gekrault habe, sich voller Lebensfreude viel und kräftig bewegt hat, aber auch ein wenig stur und eigen, der keine konventionellen Wege geht und sich spät immer wieder noch in eine Beckenendlage gedreht hat).

Die letzte Drehung in die Beckenendlage war so ca. um die 36. Woche unmittelbar nach einer Ostheopathie-Behandlung. Aber da ich mich von der Therapeutin nicht ernst genommen gefühlt habe und mir dachte, wenn er sich in die eine Richtung drehen kann, wird er es schon auch wieder in eine Schädellage schaffen, bin ich nicht mehr zu ihr zurück. Per Moxa haben wir versucht, ihn zu ermutigen, außerdem war ich ca. in der 38. Woche in der Beckenendlagenambulanz im St. Josef Krankenhaus. Von einer äußeren Wendung wurde mir abgeraten, da das Fruchtwasser schon etwas weniger war (war mir eh recht, weil inzwischen hatte ich mehrmals das Gefühl, er hat versucht, sich zu drehen, aber hats dann ab der Mitte nicht mehr weiter geschafft, und hab mir gedacht, dann wird es wahrscheinlich einen Grund geben).

Von meinem ursprünglichen Plan einer Hausgeburt hatte ich mich inzwischen verabschiedet, aber einer Beckenendlagen Geburt sah ich sehr zuversichtlich entgegen. Ich habe gehofft, dass die Geburt trotzdem zu Hause in Betreuung meiner Hausgeburtshebamme starten kann, aber da mein Termin Anfang Jänner war und die Ärzte, falls „sie gerade Skifahren sind, länger nach Wien zurück brauchen", wurde ich gebeten, bei Wehenbeginn oder Blasensprung sofort zu kommen. Prinzipiell bin ich fix davon ausgegangen, dass mein Kind vor dem Termin kommt, aber dann ist ein Feiertag nach dem anderen vergangen und ich bin immer angespannter und unruhiger geworden. Warum hat sich mein Kind nicht gedreht, warum geht die Geburt nicht los, wie lange braucht man vom Skifahren nach Wien, geht es meinem Kind noch gut... 

Beim regulären Kontrolltermin 4 Tage nach ET hatte die Frau am CTG neben mir einen Notfall und wurde eilig weggebracht. Insgesamt war die Stimmung hektisch und chaotisch. Wir mussten ewig warten, und da in unserem CTG ein kurzer Herztonabfall war und im Ultraschall deutlich weniger Fruchtwasser festgestellt wurde, wurden wir am selben Abend zu einer erneuten Kontrolle einbestellt. Bei dieser wurde dann alle paar Minuten eine Wehe aufgezeichnet (die ich seit der Früh schon als immer wieder leichtes Ziehen wahrgenommen habe), aber mit jeder Wehe ein kurzer, aber deutlicher Herztonabfall. Die Optionen waren im Krankenhaus übernachten und regelmäßige CTG-Kontrollen, oder die Geburt einleiten lassen. Da ich wusste, dass ich so keinesfalls entspannt genug bin, um selber mit der Geburt zu starten, und ich mir inzwischen wirklich Sorgen um mein Kind machte, wurde die Geburt gegen 19:00 eingeleitet.

Am Abend sind wir noch viel spaziert, gegen 23:00 haben wir versucht zu schlafen, aber ich bin kurz darauf bereits wieder mit Wehen und Durchfall aufgewacht. Jede CTG-Kontrolle hat mich gestresst, da mein Kind weiterhin bei jeder Wehe mit Herztonabfällen reagiert hat. Irgendwann wurden die Wehen deutlich kräftiger, und als dann in den frühen Morgenstunden erneut ein CTG geschrieben wurde, ist alles plötzlich sehr schnell gegangen. Die Herztonabfälle waren tief und lang und haben sich auch in den Wehenpausen kaum erholt, und mein Muttermund war erst 3cm eröffnet. Von den Vorbereitungen und der Anästhesie habe ich so gut wie nichts mitbekommen, sondern erst wieder, als mir mein Kind in den Arm gelegt wurde. Mein wunderschöner Bub, der mich verwundert aus seinen dunklen Kulleraugen anschaut hat! Die Riesenerleichterung, das wahrhaftige Glück, die unendliche Liebe… - ich hab gewusst, jetzt ist die Welt gut.

Die Tage danach waren schmerzhaft und zermürbend. Ich hatte bereits am nächsten Tag einen massiven Milcheinschuss und in den kurzen Schlafmomenten ständig irgendwelche wirren Todesträume (ich glaube, vor allem durch das Gewicht der Brüste). Mein Kind hat dauergesaugt, und als wir 1 oder 2 Tage später per Unterschrift nach Hause gegangen sind, war er bereits über Geburtsgewicht. 

Der zweite große Moment der Erleichterung war dann, als wir zu Hause angekommen sind. Es hat weiterhin alles (wirklich alles) weh getan, von der Vision einer Hausgeburt hätten wir kaum weiter weg landen können, aber als wir da endlich in unserm Bett eingekuschelt lagen, warm, weich und duftend, da hab ich gewusst, jetzt wird alles gut.

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