Geburtsschmerz: Sinnhaftigkeit - Bewältigung

mit Hebamme Ulrike Ploil

€ 10,-/Person

keine Anmeldung erforderlich!



donnerstags 15:00 Uhr


06.12.2018

24.01.2019
21.03.2019
23.05.2019
11.07.2019

Der Geburtsschmerz als Gesundheitsfaktor


Es interessierte mich schon immer, warum Frauen, obwohl die Geburt ein ganz natürlicher Vorgang ist, so intensive Schmerzen erleben müssen. So besuchte ich vor vielen Jahren ein Seminar bei Verena Schmid und seit damals beschäftige ich mich mehr und mehr mit dem Thema.
Ich bin mir sicher, dass jede Frau, die über die Ursachen und die Sinnhaftigkeit des Geburtsschmerzes Bescheid weiß, für sich sinnvolle Wege im Umgang damit finden kann.
Der Schmerz bei der Geburt ist in erster Linie ein Schutz für die gebärende Frau und ihr Kind. Sie kann instinktiv dem Schmerz ausweichen, sich den Schmerz durch Bewegung, Massage erleichtern, und damit das Kind in eine möglichst optimale Haltung und Stellung leiten.
Bei einer normalen Geburt muss sich der Körper der Frau öffnen, wie er sich auch bei einer lustvoll gelebten Sexualität öffnet. Die sexuelle Energie, die dabei frei wird, ist eine Energie, die dem Partner der Frau, dem Kind der Frau und der Frau alleine gehören. Die Frau verliebt sich im Idealfall bei einer Geburt, in ihr Kind und wieder neu in ihren Partner.
Um dem Schmerz bei der Geburt begegnen zu können, kann die Frau verschiedene Hilfen bereit haben.
Eine davon ist das Wissen um die Sinnhaftigkeit (Schutz vor Verletzung) und Ursache des Schmerzes (Öffnung der Eingeweide, Dehnung und Umgestaltung des Beckens, der Gebärmutter, des Muttermundes, des Beckenzwerchfells und der Scheide) und um die Schmerzempfindungen in den verschiedenen Phasen der Geburt.
Durch Selbstvertrauen in die eigenen Kräfte, durch Informationen über die Möglichkeit der Erweiterung der Kräfte, durch realistische Erwartungen kann die Frau dem Schmerz der Geburt begegnen. Sie kann in der Schwangerschaft ihre Schmerzreaktionen erfahren und diese durch Körperübungen erweitern. Sie kann schon in der Schwangerschaft lernen,Atmung und die Stimme einzusetzen. Die schwangere Frau kann herausfinden, wodurch sie in ihrem Leben bis jetzt bezüglich Schmerz geprägt wurde. Sie kann das alles und noch vieles mehr in Geburtsvorbereitungskursen mit Hebammen erproben.
Wenn eine Frau die Akzeptanz der Geburtsschmerzen erhöhen kann, wirken viele verschiedene Hormone besser zusammen und erleichtern ihr wiederum die Geburt. Die Pausen zwischen den Wehen sind einzigartig, sie ermöglichen einen tranceartigen Zustand, der die nächste Wehe leichter ertragen lässt. Wenn die Pause zur Entspannung genutzt werden kann, ist auch die Wehe leichter zu verarbeiten.
Es ist wichtig, dass einer gebärenden Frau ihre individuellen Ausdrucksmöglichkeiten nicht genommen werden, dass sie sich frei bewegen kann, dass sie den Schmerz so äußern kann, wie sie will, dass sie liebevoll und respektvoll bei der Geburtsarbeit begleitet wird und in ihrer Kraft unterstützt wird.
Ich hoffe, Sie neugierig gemacht zu haben, dem Schmerz der Geburt begegnen zu wollen.

Einen Artikel von Verena Schmid zum Thema Geburtsschmerz finden Sie hier.